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26. Oktober 2020 - 03:50
 

Zukünftige PC-Battlefields auf 64-Bit-Systeme optimiert

SpieleMit Innovationen ist das so eine Sache. Manche Neuerungen setzen sich schneller durch als man schauen kann, andere schaffen das trotz aller Bemühungen der Hersteller nicht. 64-Bit Betriebssysteme von Windows zum Beispiel, die im PC-Bereich trotz zahlreicher Vorteile weiterhin nur spärlich eingesetzt werden. Mit dem anstehenden Verkaufsstart von Windows 7 sollten echte Fans einen Wechsel jedoch in Betracht ziehen, denn die zukünftigen Teile der Serie werden nicht mehr für 32-Bit-Systeme optimiert. Das hat DICE Rendering Architect Johan Andersson jüngst bei Twitter bekannt gegeben und bf-games.net dadurch bewogen, das Thema 64 Bit einmal genauer anzuschauen. Denn immerhin spielen viele Battlefielder alle Teile der Serie und andere ältere Spiele. Und davon können wiederum viele nicht unter 64 Bit. Eine vertrackte Situation, für die es jedoch Lösungen gibt.

Was bedeutet eigentlich 64 Bit?
Von vielen PC-Nutzern werden 64 Bit oft mit 2 x32 gleichgesetzt. Das stimmt aber nicht. Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Wenn eine Straße doppelt so breit ist bin ich mit meinem Auto trotzdem nicht schneller und komme auch nicht eher ans Ziel. Denn 64 Bit heißt: Breitere Wege für die Datenübertragung. Ob ein Lastwagen (Programm) damit nun mehr Ware (mehr Daten) in der gleichen Zeit transportieren kann, hängt davon ab, ob er den breiteren Weg (64 Bit statt 32 Bit) auch zusätzlich nutzen kann. Das heißt für Programme: Wenn man seine Daten nicht in 32 Bit Teile aufteilt sondern in 64 Bit Teile dann kann man auf einmal (in einem Taktzyklus) doppelt so viel transportieren wie vorher. Was ist aber wenn der Lastwagen nur mit ein paar Kisten fährt und die Bandbreite so nicht voll ausnutzt? Er würde auf der 32-Bit-Straße genauso schnell fahren wie auf der 64 Bit Straße. Zusätzlich bietet 64 Bit deshalb einen größeren Adressraum. Statt 2^32 (4GB) kann man nun 2^64 (16EB (Exabyte) = 16 MilliardenGB)) adressieren. Um 64 Bit effektiv nutzen zu können muss natürlich auch das Programm auf 64 Bit optimiert sein. Aber auch dann kann man nicht die theoretisch doppelte Leistung von 64 Bit ausnutzen denn: 2+2 wird in 64 Bit nicht schneller gerechnet als mit 32 Bit (LKW mit Kisten). Es kommt also darauf an, wie gut das Programm die 64 Bit (die doppelte Straße) nutzen kann.

Für wen lohnt sich Windows 7 als 64-Bit-System?
Früher gab es viele Programme und Treiber die für ein 64 Bit Betriebssystem nicht zur Verfügung standen. Aber in den letzten Jahren hat sich einiges getan, so dass man auf fast gar nichts mehr verzichten muss. Grundsätzlich gilt jedoch wie bei allen Produkten: je höher die Zahl der Nutzer, desto höher der Druck der Produktentwickler diese auch zu bedienen. Das gilt für Grafikkartentreiber genauso wie für Computerspiele. Abseits der Spiele wird eine 64-Bit-Version ab dann interessant, wenn man mehr als 3,5GB RAM besitzt. Ein 32-Bit-Betriebssystem kann größere Mengen nicht mehr adressieren. Außerdem stellt eine Windows 32 Bit Version jeder Anwendung nicht mehr als 2 GB zur Verfügung. Der Rest wird dem Windows Kernel und den Treibern vorbehalten. Während auf Servern 64 Bit Programme mittlerweile die Norm sind, spielte 64 Bit auf Desktopsystemen bisher eine Nebenrolle. Die meisten 64 Bit Programme findet man bisher im Grafikbereich (Cinema 4D, Photoshop, Maya, AutoCad). Hauptgrund für die geringe Zahl an 64-Bit-Programmen ist die geringe Nutzung von 64-Bit-Windowssystemen.

Was muss man beim Wechsel von 32 auf 64Bit beachten?
Grundsätzlich ist nur eine 64 Bit CPU von Nöten welche aber mittlerweile auf neueren Rechnern Standard ist. Desweiteren laufen grundsätzlich alle 32 Bit Programme auch auf 64 Bit. Der Prozessor schaltet für die Takte, die dem Prozess zugewiesen werden, in einen speziellen 32-Bit-Modus um. Allerdings kann es zu Leistungsunterschieden / Leistungseinbrüchen kommen wenn ein 32 Bit Programm auf einer 64 Bit Umgebung läuft. Dies ist aber eine Ausnahme. Wenn ein 32 Bit Programm integrierte Treiber verwendet funktioniert es unter Umständen gar nicht. Ist auf einem Rechner mit 64-Bit-fähiger CPU ein 32-Bit-Betriebssystem installiert, läuft der Prozessor die ganze Zeit in diesem Kompatibilitätsmodus. Wenn man ein 64 Bit Betriebssystem besitzt sollte man deshalb immer genau darauf achten die 64-Bit-Version eines Treibers zu verwenden. Sonst gibt es schwerwiegende Fehler, das Betriebssystem fährt unter Umständen gar nicht mehr hoch. Generell sollte man unter einem 64 Bit System für 64 Bit kompilierte Software vorziehen.
Zu guter Letzt sei noch gesagt das es nicht möglich ist sein System von 32 Bit auf 64 Bit upzugraden. Daher ist eine Neuinstallation erforderlich.

Was tun wenn das Programm doch nicht läuft?
Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten. Das einrichten eines Dual-Boot oder das aufsetzen einer virtuellen Maschine. Bei ersterem muss man zwischen verschiedenen Varianten unterscheiden. Installiert man zusätzlich ein 32 Bit Windows XP / Vista oder ein 32 Bit Windows 7? In welcher Reihenfolge werden die Systeme installiert und habe ich für jedes System eine eigene Partition vorhanden? Grundvoraussetzung sind zwei freie Partitionen (die ruhig auf einer Festplatte liegen können). Erstellt werden können diese zum Beispiel mit Partition Magic, der Acronis Disc Director Suite oder mit Gparted. Je nach Installationsreihenfolge und Art der Betriebssysteme gilt es dann verschiedene Punkte zu beachten. Gute Erklärungen und Hinweise finden sich unter anderem bei Winboard.org und tocki.de. Die zweite Möglichkeit ist das aufsetzten einer virtuellen Maschine. Dies ist mit weniger Aufwand verbunden, allerdings läuft das virtuelle System nicht so schnell wie bei einer normalen Installation. Bekannte Virtualisierer sind zum Beispiel VirtualBox, VMWare oder OpenVZ.

Weitere Tipps für Spieler
Wer nach Erfahrungswerten für die Nutzung älterer Spiele unter Windows 7 sucht, findet in der Online-Ausgabe der PCGames Hardware einen aktuellen Ratgeber. Dort werden allerhand Spiele und Hardware gelistet, die unter Windows 7 nicht richtig funktionieren.

Links:
- Quelle
- Infos auf Twitter, Winboard.org, tocki.de & PCGames Hardware

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