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31. Oktober 2020 - 18:15
 

In-Game-Advertising entwickelt sich zum Milliardengeschäft

SpieleWenn Geheimagent Sam Fisher in der Videospiel-Serie Splinter Cell zum Handy greift, dann ist dies nicht irgendein Gerät, sondern die virtuelle Ausgabe eines aktuellen Produkts aus dem Hause Sony Ericsson. In seine Achselhöhlen sprüht Fisher Axe-Deo von Unilever, für Entspannung und frischen Atem sorgen Kaugummis von Wrigley's. Die höchst gewalttätigen – laut USK aber auch Kleinkindern durchaus zumutbaren – Würmer in "Worms 3D" schlucken unterdessen Red Bull, um ihre nach Bazooka- oder Bananenbomben-Treffern arg strapazierten Lebensgeister wieder aufzupeppen. Und wer in "Need for Speed" nachts durch die Straßen einer Großstadt düst, kommt an Litfasssäulen vorbei, auf denen alternierende Werbung läuft, mal für Burger King, mal für Coca-Cola.

In das so genannte In-Game-Advertising investierten Werbefirmen nach Zahlen des US-Marktforschungsunternehmens Yankee Group Research allein im vergangenen Jahr rund 165 Millionen US-Dollar. "Bis 2010 werden in diesem Bereich mehr als 732 Millionen US-Dollar jährlich umgesetzt", prognostiziert Yankee. Grund sei insbesondere, dass Männer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren bereits heute im Schnitt mehr Zeit mit Computerspielen (12,5 Stunden pro Woche) verbringen, als vor dem Fernseher (9,8 Stunden). Hinzu kommt, dass Spieler – anders als TV-Zuschauer – hochkonzentriert und teilweise auch emotional gefesselt vor dem Bildschirm sitzen. Die Aufnahmefähigkeit für Werbung ist deshalb um ein Mehrfaches höher.

Computerspiel-Produzenten haben steigende Erlöse aus Product Placement und der Vermarktung virtueller Werbeflächen in ihren Geschäftsplänen längst berücksichtigt. Betreiber von Online-Spielen können zudem mit dynamischem Advertising dienen, was das zielgerichtete Einblenden von jeweils aktuellen Werbebotschaften in das laufende Spielgeschehen ermöglicht. Noch einen Schritt weiter geht die 3D-Online-Simulation "Second Life". Im Metaversum haben Unternehmen wie Adidas, Dell oder Amazon virtuelle Geschäfte eröffnet, in denen nicht nur "Marken"-Produkte für die jeweiligen Avatare gekauft werden können. Dort abgeschlossene Kaufverträge haben teilweise sogar Gültigkeit für die reale Welt. Was in Sachen In-Game-Advertising künftig noch möglich ist, diskutiert die Branche am 28. und 29. März auf der GfM World 2007 in Berlin.

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Kommentare

#1   Blackcat , 07. Mär 2007 - 21:40
Die Werbung in NfS is mir noch gar nicht aufgefallen. *grübel*
Muss mal darauf schauen.

Aber das müsste dann ja eigentlich heißen, das Spiele eigentlich billiger werden müssten. Die Spielehersteller bekommen ja schließlich Geld für die Werbeplatzierungen.
Oder sehe ich das falsch??
#2   Dazhar , 07. Mär 2007 - 22:57
nö, es wird damit argumentiert, das spiel nicht teuerer werden obwol die investitionskosten steigen... wers glaubt Frown
#3   j1nzo , 08. Mär 2007 - 14:56
in meinen augen pure abzocke: du bezahls ein produkt, damit sind die kosten doch gedeckt? un wenn nich is das ned mein problem! so harsch das klingen mag, dann müssen die hernn entwickler eben (wie in andern branchen VÖLLIG NORMAL) effizienter arbeiten! man kauft doch eauch kein auto bei gleichbleibendem preis, das mit werbung, die nicht entfernbar ist, vogekleistert wird!?!
die legitimierung, dass die kosten nicht steigen würde ich, wenn überhaupt nur bei kleinen oder neuen firmen akzeptieren.
was auch etwas heuchlerisch ist: dass ea in teilen asiens "basic versionen" von spielen für 10€ anbietet (wegen der zu hohen kopier bereitschaft in den ländern)! also nur weil wir zu wenig kopieren müssen wir uns mit bugs (eh genug nervpotential), teils schlechtem support: und in game werbung (nicht abschaltbar) rumplagen- nein danke!
mein vorschlag: bringt endlich LAUFFÄHIGE spiele und stoppt den "dürfte so nicht im laden stehen trend", verbilligt die spiele und dann können wir vielleicht auch als gamer die werbung (die ja auch unter umständen zu erhöhten glaubwürdigkeit beitragen kann) eher akzeptieren
#4   mastarpi , 08. Mär 2007 - 16:19
Weise Worte Jins-Lee-Miyagi!
Cool

Auf der anderen Seite ist es aber auch hilfreich, wenn die Firmen die Plattform PC-Spiele für ihre Werbung entdeckt haben. Diese Firmen sind dann ein einflussreicher Mitstreiter im Kampf gegen ein Verbot von eben solchen Spielen.

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